152: Theodizee

This was the course site for my Proseminar “Theodizee” at the University of Hamburg in the summer term 2015.

Von Epikur über David Hume bis hin zu John L. Mackie in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts galt das sogenannte Theodizee-Problem Vielen als das Argument gegen die Existenz eines allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gottes. So lässt z.B. Hume in seinen Dialogen über natürliche Religion seinen Gewährsmann Philo dieses Problem wie folgt bilanzieren: Weshalb gibt es überhaupt Unglück in der Welt? Sicherlich nicht durch Zufall. Also durch eine Ursache. Etwa durch die Absicht der Gottheit? Aber sie ist vollkommen wohlwollend. Ist es gegen ihre Absicht? Aber sie ist allmächtig. Nichts kann die Sicherheit dieses so kurzen, so klaren, so entscheidenden Schlusses erschüttern […].

Die Behandlung des Theodizee-Problems ist nicht nur aus einer rein religionsphilosophischen Perspektive interessant, sondern bietet darüber hinaus die Gelegenheit, in anderen Kontexten erworbene philosophische Kenntnisse in einem klassischen Problemfeld zur Anwendung zu bringen. Im Seminar soll anhand von klassischen sowie modernen Text(auszüg)en ein Überblick über die Theodizeeproblematik erarbeitet und dabei u.a. die folgenden Themenfelder erläutert werden:

  1. Was sind die Vorrausetzungen für das Zustandekommens des Theodizee-Problems und wem genau stellt es sich eigentlich: Stellt es sich z.B. nur unter der Annahme eines Gottes mit besagten All-Attributen? Und wenn ja, wie sind diese zu verstehen?
  2. Die argumentative Struktur des Theodizee-Problems: Was ist dessen logische Form? Handelt es sich bei ihm um ein deduktives oder ein induktives Argument? Was für Auswirkungen haben diese Klassifizierungen hinsichtlich seiner Wirksamkeit?
  3. Möglichkeiten, dem Theodizee-Problem zu entgehen: Versuche der Rechtfertigung der Übel in der Welt vs. skeptische Angriffe gegen die Wissbarkeit bestimmter in das Problem eingehender Annahmen.

Course Materials.

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